Die Maison Heinrich Heine in einer unruhigen Welt. Zur Würdigung zweier Medienechos
Die Maison Heinrich Heine und die Cité internationale universitaire de Paris stehen aktuell im Blickpunkt der Medien. In einem Beitrag in der ZEIT von Matthias Krupa, erschienen am 30.12.2025, sowie in einem Radiofeature der ARD von Lucie Claudon, ausgestrahlt im Dezember 2025, werden sie als lebendige Orte des internationalen Austauschs, der Wissenschaft und der Kultur porträtiert.
Die Berichte beleuchten die besondere Rolle der Maison Heinrich Heine und der Cité internationale in einer Zeit, in der internationale Begegnungen, akademische Mobilität und kultureller Dialog wichtiger denn je sind.
Mit dem Artikel „Wir sind friedlich, was seid ihr?“ hat DIE ZEIT der Cité internationale universitaire de Paris einen eindringlichen, ebenso historischen wie gegenwartsnahen Beitrag gewidmet. Hundert Jahre nach ihrer Gründung erscheint die Cité darin als das, was sie immer war – und heute mehr denn je ist: ein ambitioniertes Projekt der Völkerverständigung, das sich den Konfliktlinien der Gegenwart nicht entzieht, sondern sie im Alltag des Zusammenlebens sichtbar macht.
Auch die Maison Heinrich Heine, das deutsche Haus der Cité, ist Teil dieses Porträts. Drei unserer Resident:innen, Yoav Heller, Miriam Schäfer und Gereon Staratschek, kommen im Artikel zu Wort. Ihre Perspektiven verleihen der Idee der internationalen Verständigung eine konkrete, persönliche Dimension.
Leben in der Cité: Gemeinsamkeit vor Positionierung
Die in den Medienbeiträgen beschriebenen Erfahrungen zeigen, was das Leben in der Cité im Kern ausmacht: Studierende aus aller Welt leben, arbeiten und diskutieren miteinander – vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher historischer, politischer und persönlicher Prägungen. Gerade in einer Zeit globaler Krisen entsteht so ein Raum, in dem Gemeinsamkeit nicht vorausgesetzt, sondern im Alltag immer wieder neu hergestellt wird.
Die Maison Heinrich Heine ist Teil dieses besonderen Gefüges. Als deutsches Haus innerhalb der Cité trägt sie die Idee der brassage, der bewussten Mischung der Nationalitäten, aktiv mit. Die Begegnungen zwischen den Resident:innen entstehen nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Unterschiede – und sie prägen weit über den Aufenthalt in Paris hinaus.
Die Maison Heinrich Heine im Geist der Cité
Beide Beiträge erinnern daran, dass die Cité internationale universitaire de Paris als „Campus für den Frieden“ aus den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs hervorgegangen ist. Dass die Maison Heinrich Heine – nach den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts – Teil dieses Projekts werden konnte, bleibt ein starkes Zeichen der europäischen Verantwortung und der deutsch-französischen Verständigung.
Bis heute steht die Maison Heinrich Heine für diesen Anspruch: als Wohn- und Kulturhaus, als Ort des Austauschs, der Offenheit und der intellektuellen Auseinandersetzung. Sie ist eingebettet in eine Gemeinschaft, die von Toleranz, Respekt und gegenseitiger Neugier lebt – Werte, die in der Cité nicht abstrakt bleiben, sondern konkret gelebt werden.
Auf dem Weg zum 70. Jubiläum (2026)
Im Jahr 2026 feiert die Maison Heinrich Heine ihr 70-jähriges Bestehen. Diese jüngsten Medienechos sind für uns Anlass, diesen Jahrestag nicht nur als Rückblick, sondern auch als Perspektive zu verstehen. In einer Welt zunehmender Polarisierung stellt sich die Frage nach der Rolle kultureller und akademischer Begegnungsorte mit neuer Dringlichkeit.
Die Stimmen von Yoav Heller, Miriam Schäfer und Gereon Staratschek stehen exemplarisch für eine Generation, die sich diesen Fragen nicht entzieht. Ihnen – und allen Resident:innen der Maison Heinrich Heine – gilt unser besonderer Dank. Ihre Wortmeldungen zeigen: Die Idee der Völkerverständigung ist lebendig – aber sie ist fragil. Sie braucht Orte, Zeit und Menschen, die bereit sind, sich auf das Gespräch einzulassen.
Die Maison Heinrich Heine wird auch in Zukunft ein solcher Ort sein – im Geist der Cité internationale universitaire de Paris und im Bewusstsein ihrer eigenen Geschichte.
Der Artikel „Wir sind friedlich, was seid ihr?“ (Die Zeit) kann hier abgerufen werden.
Die Rechte an dem Foto, das diesen Artikel einleitet, liegen bei © Laura Stevens / DIE ZEIT.
Das ARD Radiofeature gibt es hier zum Nachhören: