Tatjana Uhde, ehemalige Residentin der Maison Heinrich Heine 2007/08

Der Aufenthalt im Heinrich Heine Haus von 2007-2008 am Ende meines Studiums am Conservatoire de Paris (CNSM) war für mich absolut zukunftsweisend. In dieser wichtigen Zeit zwischen Studium und Berufsleben, in der die Vorbereitung auf Orchesterprobespiele im
Vordergrund stand, konnte ich von den phänomenalen Räumlichkeiten im Heinrich Heine Haus profitieren und sozusagen rund um die Uhr in den Überäumen im Untergeschoss meine Probespiele vorbereiten. Unter diesen optimalen Voraussetzungen gelang es mir zu Ende meines Studiums im Juni 2008 meine Stelle im Orchestre National de l’Opéra de Paris zu gewinnen. Dort bin ich seither als Solocellistin tätig und sehr glücklich und erfüllt in meinem Beruf. Auch die verschiedenen Gelegenheiten, im Auditorium Alfred Grosser auf Einladung von Christiane Deussen zu musizieren, waren für mich sehr wertvolle Erfahrungen in meinem Werdegang als Cellistin. Ich bin dem Heinrich Heine Haus ewig dankbar für diese wichtige Zeit als Residentin und freue mich jedes Mal, zu Gast auf der Bühne des Heinrich Heine Hauses zu musizieren.

Tatjana Uhde wurde in Freiburg im Breisgau in eine Musikerfamilie hineingeboren und erhielt ihren ersten Cellounterricht im Alter von sechs Jahren bei ihrer Mutter. Ihre musikalische Ausbildung führte sie zu Martin Ostertag an die Hochschule für Musik Karlsruhe, zu Philippe Muller an das Conservatoire de Paris sowie zu Antonio Meneses an die Hochschule der Künste Bern. Weitere wichtige künstlerische Impulse erhielt sie von Wolfgang Böttcher, Roland Pidoux und Ralph Kirshbaum.

Tatjana Uhde ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, darunter der 1. Preis beim Wettbewerb Concertino Praga sowie der 2. Preis beim Internationalen Witold-Lutosławski-Wettbewerb in Warschau.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit liegt in der Kammermusik. Sie arbeitete unter anderem mit dem Alban Berg Quartett, dem Hagen Quartett, dem LaSalle Quartett (Walter Levin) und dem Tokyo String Quartet. Als Kammermusikerin trat sie mit Künstlerpersönlichkeiten wie Martha Argerich, Ivry Gitlis, Salvatore Accardo, Bruno Giuranna und Antonio Meneses auf. Sie ist Mitglied des Violoncelloquartetts „Cell’Opéra“ sowie des „Velte“-Trios.

Als Solistin konzertierte sie mit renommierten Orchestern wie dem Philharmonischen Orchester Baden-Baden, dem Warschauer Philharmonischen Orchester, der Philharmonia Varsovia, der Lemberg Sinfonietta und dem Sinfonieorchester Biel.

Seit 2008 ist Tatjana Uhde Mitglied des Orchesters der Opéra national de Paris, wo sie derzeit die Position der Solocellistin innehat. Zudem ist sie Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele. In den letzten Jahren trat sie immer wieder in wechselnden Formationen in der Maison Heinrich Heine auf.

Tatjana Uhde spielt ein französisches Violoncello von Bernardel Père aus dem Jahr 1852.

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