Uwe Timm (*1940 in Hamburg) zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Nach Kindheit und Jugend im Zweiten Weltkrieg absolvierte er zunächst eine Kürschnerlehre, holte später das Abitur nach und studierte Philosophie und Germanistik in München sowie an der Sorbonne in Paris. 1971 promovierte er mit einer Arbeit über Albert Camus. Prägend für sein Denken und Schreiben waren sein politisches Engagement im Umfeld der 68er-Bewegung und seine Erfahrungen in der Studentenprotestkultur.
Anfang der 1970er Jahre entschied sich Timm für den Weg des freien Schriftstellers. Mit dem Roman Heißer Sommer gelang ihm der Durchbruch; das Buch gilt bis heute als zentrales literarisches Zeugnis der Studentenbewegung. In den folgenden Jahrzehnten entstand ein umfangreiches erzählerisches Werk, in dem Timm politische Geschichte, Kolonialismus, Nationalsozialismus und Erinnerungskultur mit individuellen Lebensgeschichten verbindet, etwa in Morenga, Die Entdeckung der Currywurst oder dem autobiografisch geprägten Am Beispiel meines Bruders.
Neben seinen Romanen schrieb Timm Kinder- und Jugendbücher – darunter das vielfach rezipierte Rennschwein Rudi Rüssel –, Drehbücher, Essays und Hörspiele. Er lebte zeitweise im Ausland, war Writer in Residence an internationalen Universitäten und hielt zahlreiche Poetikvorlesungen. Für sein literarisches Werk wurde Uwe Timm vielfach ausgezeichnet; seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt und werden bis heute im In- und Ausland gelesen. Heute lebt er in München und Berlin.
Uwe Timm ist mehrmals für Lesungen an die Maison Heinrich Heine zurückgekehrt, insbesondere 2012 und 2021.